Im Spiegel der Presse

Ein Zeichner, den die Schriftsteller lieben.
Ulrich Moritz‘ ‚ „Fundstücke der Natur“ zeigen in der Buchhandlung Felix Jud altmeisterliches Können.

Man betrachtet diese Blätter und kann den Blick kaum wenden. Ein eigentümlicher Zauber umgibt die ganz alltäglichen Motive, die Ulrich Moritz mit staunenswerter Genauigkeit gezeichnet hat.

[…] Es ist die fast handgreifliche Stille, die den Betrachter immer wieder berührt und die bewundernswerte Akribie der mit altmeisterlichem Können ausgeführten Zeichnungen, die dennoch leicht und ganz und gar nicht angestrengt oder abgezirkelt wirken. […] Interessant ist, dass zum Kreis seiner Sammler viele Schriftsteller gehören, darunter sind Hans Magnus Enzensberger und Martin Mosebach. Die Autorin Sybille Lewitscharoff hat sich – wie auch eine ganze Reihe ihrer Kollegen – mit eigenen Texten dem Schaffen von Ulrich Moritz gewidmet. […]

Ausstellung in der Buchhandlung Felix Jud. Ulrich Moritz:“ Fundstücke der Natur“, Zeichnungen. Neuer Wall 13, U/S Jungfernstieg, bis 15.7.

Matthias Gretzschel
Hamburger Abendblatt. 4. Juli 2017

Kracht in Hamburg – setzen, lesen, fertig

Der Schriftsteller stellt im Schauspielhaus seinen neuen Roman „Die Toten“ vor

[…]Christian Kracht also, der Dandy und Kosmopolit der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – ein Mann mit Stillwillen und Sinn für Ästhetik. In ein stolzes Ambiente wie das im Schauspielhaus passt der 49-jährige Schweizer vorzüglich. Das gilt auch für die bürgerliche Gediegenheit der Buchhandlung Felix Jud, in der Kracht vor der Lesung eine Art Pre-Show gab. Zu Ehren des unlängst verstorbenen Buchhändlers Wilfried Weber und auf Wunsch des Autors selbst. Kracht war der wohl berühmtesten Hamburger Buchhandlung seit Langem freundschaftlich verbunden. […]

(tha) Hamburger Abendblatt, 27. Oktober 2016

Wer ist der beste Buchhändler?

Die Kulturbehörde vergibt zum zweiten Mal den Buchhandlungspreis. Zehn Läden sind in der Vorauswahl

[…] Nun sucht die Kulturbehörde zum zweiten Mal Hamburgs beste Buchhandlung. Ausgezeichnet werden soll erneut ein inhabergeführter Laden mit maximal drei Geschäften. Für den mit 10.000 Euro dotierten Preis sind auch diesmal 10 Buchhandlungen nominiert, die aus insgesamt 39 Vorschlägen ausgewählt wurden. […] Die Siegerkür erfolgt bei der Langen Nacht der Literatur. […]  Für den Hauptpreis sind in diesem Jahr folgende Buchhandlungen nominiert. […] Die Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall. 1923 gegründet, damals noch in den Colonnaden als „Hamburger Bücherstube““. […] vielleicht die berühmteste Buchhandlung der Stadt. […]

Hamburger Abendblatt. 14. Juli 2016.

Ein Gespräch mit Antje Kunstmann

Als Frau wird man immer noch am Defizit gemessen.
Was Internetmonopole bedeuten und was gute Autoren ausmacht: Morgen feiert die Münchner Verlegerin vierzig Jahre Unabhängigkeit

[…] Die Entschlossenheit vieler Händler, Bücher verkaufen zu wollen, scheint auszusterben. Woher diese Defensive?
In den Filialen der großen Ketten werden keine Empfehlungen ausgesprochen, sondern Wege aufgezeigt, die der Kunde zu einem bestimmten Buch nehmen soll. Man denkt dort viel darüber nach, wo der Kunde hingeht, wie er sich im Laden bewegt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen kontinuierlich ab. Eine beispielhafte Anekdote: Als Ernst Rowohlt C.W. Cerams „Götter, Gräber und Gelehrte“ zu veröffentlichen plante, hat er vorher Buchhändler gefragt, wie viele Exemplare jeder von ihnen abnehmen würde. Ich glaube, es war Felix Jud in Hamburg, der sagte: Davon verkaufe ich hundert Stück. Da hatte man als Verleger gleich ein ganz anderes Gefühl. Man muss aber auch sehen, dass das Buch damals ein Medium war, das kaum Konkurrenz hatte. Im Internetzeitalter haben die Leute ein anders Zeitkontingent.[…]

Die Fragen stellte Hannes Hintermeier
FAZ, 9. Juni 2016

Buch
Kunst
Leben

Felix Jud. Buchhändler aus Leidenschaft: Wilfried Weber und Marina Krauth

Sein Zauber wirkt schon, bevor man diesen merkwürdigen Laden betreten hat, in dem sich Kultur. Leidenschaft und Lachen zu einer unwiderstehlichen Atmosphäre mischen. Seit bald 100 Jahren existiert er in der Hamburger Innenstadt und hat kein einziges Staubkorn angesetzt. […] Gerade ist Pablo Picasso ein Fenster gewidmet. Ein großer, gerahmter Druck ist eben verkauft worden. […] Heute gibt es nur noch wenige Buchhandlungen, die parallel zu ihrer Literaturvermittlung Kunst verkaufen. […] Das Miteinander von Bildender Kunst und Literatur hat eine lange Tradition, die am Neuen Wall 13 gepflegt wird. […] Neulich haben sie Kent Nagano eingeladen, sein neues Buch hier vorzustellen. Oder Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys, die gleich die ganze Passage beschallten. […] Menschen zusammenzubringen, Künstler, Sammler und Leser, das ist die wesentliche Aufgabe der beiden. Goethe ist tot, aber der Maler Jochen Hein lebt eben – und Klaus Fußmann. […] Das meiste, allerdings nicht alles, in diesem Laden wäre auch online verfügbar. Aber was hier geboten wird, ist Orientierung in der Vielfalt. Eine unabhängige Meinung und – da kann man nun wirklich ehrfürchtig werden – eine schier universelle Fachkompetenz. […]

Simone Rickert
Der Hamburger. Ausgabe Frühling 2016. Seiten 16-20

Menschlich gesehen
Patriot seit 1962

So viel ist sicher: Dass Wilfried Weber, 76 Jahre alt und Inhaber der Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall, mal sagen würde: „Ich bin ein Patriot dieser Stadt“, war ihm nicht in die Wiege gelegt. […] Seit 1972 ist er Inhaber der traditionsreichen Buchhandlung, in der viele eines der geheimen Kraftzentren der Hamburger Kulturszene sehen. […] Aktuell ist dort eine Ausstellung über zwei andere Hamburger Patrioten zu sehen: Aby und Max Warburg.

(kg)
Hamburger Abendblatt, 21. Januar 2016

Zwei Brüder, die Hamburg geprägt haben
Eine Doppelbiografie würdigt das Leben von Aby und Max Warburg.

Die Buchhandlung Felix Jud zeigt eine kleine Ausstellung dazu

Als der Hamburger Bankierssohn Aby Warburg (1866-1929) 13 Jahre alt ist, macht er seinem ein Jahr jüngeren Bruder Max das folgende Angebot: Er würde ihm sein Erstgeburtsrecht – und damit die ihm eigentlich zustehende Übernahme der Bank – gegen die Zusicherung abtreten, lebenslang alle Bücherkäufe finanziert zu bekommen. […] Aby Warburg nutzte die finanziellen Möglichkeiten des Bruders, baute seine berühmte Kulturwissenschaftliche Bibliothek auf und machte sich einen Namen als einer der großen Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler des frühen 20. Jahrhunderts.[…] Unter dem Titel „Es muss besser werden“ hat die Hamburger Kunsthistorikerin Karen Michels jüngst eine Doppelbiografie herausgebracht, in der sie die Lebenswege von Aby und Max Warburg synoptisch nachzeichnet und dabei den Akzent auf die gegenseitige Beeinflussung dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit en legt. […] Und so zeigt sich, dass es beiden Brüder im Grunde darum ging, sich als emanzipierte Juden an der kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung zu beteiligen. […] Die Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall 13 widmet dem aktuellen Band von Karen Michels und der gesamten Reihe „Mäzene der Wissenschaft „ zurzeit eine Schaufensterausstellung.

Matthias Gretzschel
Hamburger Abendblatt, 21. Januar 2016

Haas geht aus
Macht die Biege!

Unterhaltung mit Haltung: Jan Philipp Reemtsma in der Buchhandlung Felix Jud.

[…] In der Buchhandlung Felix Jud, dieser Mischung aus getäfeltem Herrensalon, Kunstgalerie und Bibliothek, gehört bei Lesungen die Verrenkung des Publikums zum Programm. Man biege zuerst die Glieder, dann den Geist.

Jan Philipp Reemtsma liest aus seinen gerade erschienenen Schriften zur Literatur, vier Bände, 1440 Seiten. „Nicht gerade das, was man auf dem Nachttisch platziert“, heißt es zu Beginn des Abends. […] Auf die Frage, ob große Dichtung nicht nur ein Lebensmittel sei, sagt er nur: „Ja, denn man bekommt in der Literatur ja Leben serviert. Sonst wäre man auf die eigene Biographie beschränkt, und die ist nicht nennenswert.“ […]

Von Daniel Haas
Die Zeit, 3. Dezember 2015

So greige wie der Himmel

München mag lebensfroher sein, Berlin möglicherweise aufregender.

Aber am meisten Klasse hat Hamburg. Hier sind die 26 Gründe dafür

[…] Ewige Liebe. Du kriegst einen Hamburger aus Hamburg raus, aber nicht umgekehrt. Noch mal Karl Lagerfeld: „Hamburg wird mir nie aus dem Kopf gehen, Liebe auf Abstand ist langlebiger. In diesem Falle würde ich sogar sagen: lebenslänglich. Zumindest solange es die Buchhandlung Felix Jud dort gibt. Sie ist mein intellektuelles Delikatessengeschäft, und ohne sie würde ich verhungern.“ […]

Von Adriano Sack und Dagmar von Taube
Welt am Sonntag. Sonderausgabe von Jil Sander. 25. Oktober 2015

Späte Hommage an eine bedeutende Dichterin.

Am Freitag enthüllte Ulla Hahn in Harvestehude eine Gedenktafel, die an die jüdische Lyrikerin Gertrud Kolmar erinnert.

Nicht mehr als ein halbes Jahr hat Gertrud Kolmar 1926/27 in Hamburg gelebt. […] Peter Hess war durch Ullas Hahns 2009 bei Felix Jud verlegtes Büchlein „Alsterlust“ auf Gertrud Kolmar aufmerksam geworden. […] Am 2. März 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert, danach verliert sich ihre Spur. […] Die Hamburger Dichterin Ulla Hahn setzt sich seit Langem für Gertrud Kolmars Werk ein. […] Der Weg, den Gertrud Kolmar in dem Gedicht „Die Stadt“ beschreibt, hat sich übrigens kaum verändert. […]

Von Matthias Gretzschel
Hamburger Abendblatt, 19. Juni 2015

Letzte Briefe

Wenige Tage nach dem Freitod des großes Kritikers und Autors brachte der Postbote einen dicken Umschlag: Absender Fritz J. Raddatz.

Der Abschiedsbrief von Fritz J. Raddatz kam 27. Februar. […] Unmöglich, diese Handschrift zu sehen ohne ein Zurückschrecken. Tags zuvor hatte mich aus Zürich die Nachricht erreicht, daß Raddatz tot war. Zehn Jahre war es her, daß ich, im März 2005, einen ersten Brief von Raddatz bekommen hatte. Damals begann unsere Zusammenarbeit, aus der im ganzen sieben Bücher entstanden sind, die ersten jeweils im Abstand einiger Jahre, die späteren in dichter Folge, und in deren Mittelpunkt ohne Zweifel die Herausgabe der Tagebücher stand. Des Hauptwerks, der Lebenshinterlassenschaft. […]
[…] Im Grunde, und nicht bloß ex post betrachtet, beschreibt schon der zweite Band der Tagebücher den Weg zu diesem Schritt an der Grenze gänzlicher Offenheit. […] Das Ende des Tagebuchs ist auch diesmal nicht das Ende gewesen. Es folgte noch die Publikation des herrlichen Ledig-Buchs, das Rowohlt begleiten wird, solange es den Verlag gibt, die Buchvorstellung mit Ulrich Matthes und eine Lesung in der Buchhandlung Felix Jud in Hamburg. […]

Von Alexander Fest
Die Zeit, 19. März 2015

Hamburgs goldene Meile. Soweit die Kreditkarte reicht.

Neben den Weltmarken am Neuen Wall wie Prada und Gucci haben auch etliche inhabergeführte Geschäfte mit erlesenen Produkten überlebt. Was Hamburgs Luxusmeile von den anderen in Hamburg unterscheidet

 

[…] Wo der Neue Wall beginnt ist Hamburg ganz bei sich. In der Weihnachtszeit weist seit 1926 eine Lichterkette den Weg, die älteste Festbeleuchtung der Stadt. Zum Jungfernstieg hin erstrahlt der Schriftzug „Neuer Wall“, zwischen den Häusern umspannen 22 illuminierte Bögen die Straße. […] doch unter den knapp 100 Anbietern haben einige Individualisten überlebt. Inhabergeführte Geschäfte, die hier – und eben nur hier zuhause sind. […] In dem vielleicht schönsten Gebäude an der Flaniermeile, der Mellinpassage, liegt seit 1923 ein Paradies für Literatur-Liebhaber . Hier werden Bücher nicht verkauft, hier wird Lesen zelebriert. Das Schaufenster bietet großes Kino, über drei Etagen türmen sich die Bücher – wer gern liest, wird in Versuchung geführt. […] Sein Lieblingsbuch? „Leute von Hamburg“ – ein gebundenes Buch mit den Betrachtungen von Siegfried Lenz und Bildern von Klaus Fußmann […] ja, die Buch- und Kunsthandlung Felix Jud wirkt wie eine Art Anti-Amazon. […] Der Neue Wall – nicht nur eine Einkaufsstraße. Er ist Medizinermeile, Büroboulevard und Achse der Anwälte. Auch von dieser Laufkundschaft leben die Geschäfte. „Ich habe schon häufiger erlebt, dass sich ein Anwalt nach einem gelungenen Abschluss eine Miró-Lithographie gönnte“, erzählt Wilfried Weber. […]

Von Matthias Iken

Hamburger Abendblatt, 7./8. März 2015

Sprechen, Schreiben, Schweigen.

Am Ende fuhr Fritz J. Raddatz zum Sterben in die Schweiz. Kühl erklärte er sein Vorhaben. Mit dem Suizid kommt er in beste Gesellschaft: zu Tucholsky, Toller und Trakl.

[…] Aber ein letztes Buch noch von Raddatz. „Jahre mit Ledig“, das gerade erschienen ist, bei Rowohlt wo sonst (160 S., 16,95 Euro). Und vor Kurzem ein letzter Auftritt in der feinen Hamburger Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall. Es ist brechend voll, kein Platz mehr, auch alle Treppen besetzt. Auf dem Absatz des ersten Stocks der Autor im dunkelblauen Cordsakko, das Gesicht von Bart und Haaren zugewachsen. […] Aber was für ein Thema hat der märchenhafte Autor sich für sein Ende aufgehoben: den märchenhaften Verleger, Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, der nur Ledig genannt werden wollte. […] Und Raddatz, monomanisch und selbstbewusst, wie er war, webt sich kess als gleichberechtigt neben Ledig ins selbstgeschaffene Paradies mit ein. Titan zu Titan. […]

Birgit Lahann

Tagesspiegel, 1. März 2015

Abgang eines Dandys.

Der streitbare Feuilletonist, Autor, Kritiker und Intellektuelle Fritz J. Raddatz ist tot. Er wurde 83 Jahre alt.

„Züge des Unvergleichlichen und Unwiederholbaren“ habe der Abend, so sagte es Wilfried Weber in seiner Buchhandlung Felix Jud noch vor wenigen Tagen, als er seine Gäste zu einer Lesung mit Fritz J. Raddatz begrüßte. […] Es war eine Abschiedsvorstellung. Der letzte öffentliche Auftritt des in Berlin geborenen Autors in seiner gewählten Heimatstadt Hamburg. Fritz J. Raddatz, Feuilletonist, Büchermacher, Intellektueller, flamboyanter Vertreter einer untergegangenen Epoche des deutschen Geisteslebens, ist tot. Und der Abend am Neuen Wall, in Felix Juds gut gefüllter Bücherstube […] war der stilechte Abgang eines Dandys. […]

„Meine Jahre mit Ledig“, ein Erinnerungsband über den legendären Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, war der Anlass der Lesung […]“.

Maike Schiller

Hamburger Abendblatt, 27. Februar 2015

Fritz J. Raddatz und der Glamour des Literaturlebens.

Der Autor stellte bei Felix Jud sein Buch über den Hamburger Verleger Ledig-Rowohlt vor.

[…] Es ist ein Buch geworden, das viel erzählt über das Literaturleben der frühen Bundesrepublik, ein Name-Dropping mit Geistesgrößen Glamour, das Raddatz im freien Erzählen und auf die Fragen des Rowohlt-Autors Alexander Graf Schönburg aufs Feinste auszumalen versteht.[…] Für Ledig-Rowohlt hingegen schwärmt er noch heute: Eine Liebesbeziehung sei diese Verbindung gewesen, „lasterlos, aber voller Hingabe“.

[msch]

Hamburger Abendblatt, 13. Februar 2015

Eigensinn nach Maß. Fritz J. Raddatz legt eine Biografie des großen Verlegers Heinrich Maria Ledig-Rowohlt vor. Die Buchvorstellung war eine Lektion in Dandytum.

[…] Denn Raddatz, das versteht man nach der knapp einstündigen Lesung in der wunderbar soignierten Hamburger Buchhandlung Felix Jud, dieser Raddatz ist ein strikter Befolger des Grundsatzes von Oscar Wilde, dass das wahre Geheimnis der Welt im Sichtbaren liegt, nicht im Unsichtbaren.

Und deshalb war auch der Moderator des Abends eine Idealbesetzung: Alexander von Schönburg, einstiger Star der deutschen Popliteratur, Hofberichterstatter für die gehobene Gazzettenbranche, heute Text-Chef der Bild-Zeitung, vor allem aber ein Intellektueller nach angelsächsischem Zuschnitt, der sich gerade mit einem Smalltalk-Ratgeber in die Bestsellerlisten geschrieben hat.[…]

Von Daniel Haas

Die Zeit,19. Februar 2015

Eine feine Adresse.
Liebhaber

Diese herrliche Fachgeschäft, auch Antiquariat und Kunsthandel, ist einer der rar gewordenen Orte, an dem die Zeit stillzustehen scheint. […] Marina Krauth und Wilfried Weber sind heute das Herz von Felix Jud, Hamburger Institution seit über 90 Jahren. […]

Frau Krauth liest:

Spiel der Zeit. Ulla Hahns neuer Roman ist die Geschichte ihres Alter Egos: Die Heldin findet, wie die Autorin, ihre Heimat in der Welt der Sprache. […] Ein Entwicklungsroman, ein Liebesroman, ein Buch über deutsche Literatur und Landschaften. Darüber hinaus gelingt es der Autorin mit großartigen, mitunter heiteren Milieubeschreibungen, ein Zeitbild der gesellschaftlichen Neuformierung der Bundesrepublik zu schaffen. […]

Sehnsucht Deutschland. Das Magazin vom Reisen, Leben und entdecken. 2/2015

„Die Schwellenangst war früher größer“.

Verleger wollen, dass der Buchhandel auf hohem Niveau erhalten bleibt.

[…] Und so kommen alle Generationen zu Felix Jud. „Dass wir Kinderbücher haben, ist kein Zufall. Wir erreichen damit auch die Eltern, die vielleicht ein besonderes Buch oder ein Kunstwerk kaufen und an der Hand ihre fünfjährigen Kinder mitbringen“, erläutert der Buchhändler. „Das ist nicht nur Neigung sondern auch Kalkül.“[…]

Von Christina Reinke

Buchreport 1, Januar 2015, Januar 2015 

„Eine Geistige Oase.“ Daniel Kampa über die Buchhandlung Felix Jud

Die Buchreport-Serie Meine Buchhandlung.

[…] Was ich an dieser Buchhandlung liebe? Die Leidenschaft, mit der man sich hier den Büchern widmet , die sehr persönliche Auswahl und hohe Kompetenz, die zeitlos elegante und doch behagliche Einrichtung; die Größe: Klein genug, um übersichtlich zu sein, und groß genug zum Stöbern und Entdecken von Unbekanntem; die Lage: in Hörweite der Alsterdampfer.[…]

Buchreport 1, Januar 2015

„Wir fühlen uns ausgezeichnet“

Der diesjährige Julius-Campe-Preis ging an die Buchhandlungskooperation „5plus“. Marina Krauth von der Buchhandlung Felix Jud hielt die Dankesrede bei der Verleihung in Frankfurt.

[…] Dass sich die Namen Julius Campe und die Buchhandlungskooperation 5plus in dieser Weise verbinden, ist für uns nicht nur eine große Ehre, sondern eine schöne und herausfordernde Verpflichtung. […]

[…] Die Buchhandlung Felix Jud, die die Initiative für die Gründung von 5plus ergriffen hat, hat ihren Standort in einem Gebäude der Campe‘schen Historischen Kunststiftung, und versteht  sich mit ihren Lesungen und Ausstellungen wie alle 5plus Buchhandlungen auch als kulturelle Institution. […]

Zweimal jährlich verlegen wir unser 5plus Magazin, das wir kostenlos an unsere Kunden verteilen. Es wird von der Agentur Groothuis gestaltet und hat inzwischen den Wert und Charakter einer Literaturzeitschrift. […] Unsere Kunden kommen  – häufig von weither – zu uns, um eine neue Ausgabe in Empfang zu nehmen.

Unser Magazin wird sogar vom Literaturarchiv in Marbach gesammelt, und gehört damit offenbar zur literarischen Kultur unseres Landes. […]

Buchmarkt, Nr. 11, November 2014
Artikel lesen unter  http://www.5plus.org/presse.html

Literatur

[…] Der Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlages geht in diesem Jahr an die Buchhandlungskooperation 5 plus. […] Die Auszeichnung, die nach dem Verleger Julius Campe (1792-1867) benannt ist, gilt Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben.[…]

Zeit.Online 4. August 2014

Julius-Campe-Preis geht an Buchhandlungskooperation 5 plus

[…] Der Julius-Campe-Preis des Hoffmann und Campe Verlages geht in diesem Jahr an die Buchhandlungskooperation 5 plus. […]«

Die Buchhandlungskooperation 5 plus ist ein Zusammenschluss von acht unabhängigen literarischen Buchhandlungen. Zur Gruppe gehören in Deutschland die Buchhandlungen Klaus Bittner in Köln, Dombrowsky in Regensburg, Felix Jud in Hamburg, Lehmkuhl in München, Schleichers in Berlin und die Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg, in Österreich Leporello in Wien und in der Schweiz Librium in Baden.

Berliner Zeitung, 04. August 2014

Julius-Campe-Preis 2014 an 5plus-Sortimenter

„Kulturelle Bedeutung der Buchhändler kann nicht genug gewürdigt werden“

[…] Die Buchhandlungskooperation 5plus, 2009 unter der Initiative von Wilfried Weber von der Buchhandlung Felix Jud in Hamburg begründet, ist ein freier Zusammenschluss von acht unabhängigen literarischen Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ihre Hauptaufgabe in der Vermittlung von Literatur sehen. Sie „zeichnen sich aus durch literarische Fachkompetenz, Liebe zum Buch und zur Literatur, ein vielfältiges, erlesenes Angebot, individuelle Beratung und ausgezeichneten Kundenservice“, so Hoffmann und Campe. Mit dem gleichnamigen Magazin 5plus erscheine zweimal im Jahr ein beliebtes Literaturmagazin, das sich als wichtige unabhängige Stimme der Literaturvermittlung etabliert habe. In der Edition 5plus verlegen die Buchhändler bisher unveröffentlichte Texte namhafter Autoren. […]

www.boersenblatt.net 04.08. 2014

Julius-Campe-Preis geht an Kooperation 5plus

Auch Wiener Buchhandlung Leporello beteiligt – Verleihung auf der Frankfurter Buchmesse

Frankfurt am Main – Der Julius-Campe-Preis des Verlags Hoffmann und Campe geht heuer an die Buchhandlungskooperation 5plus, einen Zusammenschluss von acht unabhängigen literarischen Buchhandlungen, darunter aus Wien Leporello. „Damit wird auch die literaturvermittelnde Rolle des Buchhändlers vor Ort ausgezeichnet“, sagte Verlagsgeschäftsführer Daniel Kampa am Montag in Hamburg.

Der Standart.at 4. August 2014, 16:33

Julius-Campe-Preis geht an Buchhandlungskooperation 5 plus

[…] «Damit wird auch die literaturvermittelnde Rolle des Buchhändlers vor Ort ausgezeichnet, die in vielen weiteren literarischen Buchhandlungen in ganz Deutschland erlebt und deren kulturelle Bedeutung nicht genug gewürdigt werden kann», sagte Hoffmann-und-Campe-Geschäftsführer Daniel Kampa am Montag in Hamburg. Die Auszeichnung, die nach dem Verleger Julius Campe (1792-1867) benannt ist, gilt Persönlichkeiten oder Institutionen, die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben. […]Der Preis wird am 10. Oktober während der Frankfurter Buchmesse verliehen.

Shz.de am 4. August 2014

Hamburgs beliebteste Buchhandlungen

Umfrage von Kulturbehörde und Abendblatt: Wir stellen die zehn inhabergeführten Geschäfte vor, die im Finale sind. Ende August wird der prestigeträchtige Titel vergeben Von Thomas Andre

[…] Die Kulturbehörde sucht Hamburgs beste Buchhandlung, das Abendblatt rief die Leser auf, Vorschläge zu machen, wer denn für diesen durchaus prestigeträchtigen Titel infrage kommen könnte. Die Resonanz war beinah überwältigend […]. Die zehn meistgenannten inhabergeführten Buchhandlungen stehen nun im Finale und werden von einer Jury bewertet, sie wird am Ende die Entscheidung fällen […]
[…]
Was die Kunden darüber hinaus eint, sind die Freude am Interieur und die Lust auf die Atmosphäre – wo Bücher auf Tischen liegen und in Regalen stehen, hält sich der Hamburger gern auf. Er mag die manchmal intime Beziehung, die zwischen Buchmenschen entsteht: den Verkäufern, Käufern, Autoren, Besuchern, Suchern. Er mag übersichtliche Homepages, auf denen er ausnahmsweise auch mal von zu Hause Kultur shoppen kann; er mag Lesungen und Lesekreise, die in den Buchhandlungen stattfinden
[…]Felix Jud am Neuen Wall: eine feine Adresse. Bücherwelt mitten im Shopping-Paradies. 1923 von Felix Jud gegründet, damals noch an den Colonnaden als „Hamburger Bücherstube“ […]

Hamburger Abendblatt 31. Mai 2014

Leute von Welt

Präsentation von zwei Beckett-Künstlerbüchern […]
Marina Krauth begrüßte die Ausstellungsbesucher mit einer kurzweiligen Rede. Die Ausstellung mit dem Künstlerbuchprojekt von Fernando de Brito und Klaus-Peter Schlange passe hervorragend zum Konzept von Felix Jud, verbindet sie doch bildende Kunst und Literatur in ihrer schönsten Form. Anschließend führte der Kurator und Kunsthistoriker Alexander Sairally in die Ausstellung ein.
[…]. „Die Kombination von Warburg Haus und Felix Jud ist der perfekte Rahmen für das Beckett Künstlerbuchprojekt, da es in den Laboratorien des Geistes in Hamburg stattfindet“, hieß es.

Die Welt 05. April 2014

5plus wird 5
Literarische Leuchttürme

Die Buchhandlungsgruppe 5plus feiert ihren fünften Geburtstag. Inzwischen sind es 5plus 3, also acht Sortimente, die gemeinsam an einem Strang ziehen. Im Interview mit boersenblatt.net erklären 5plus-Buchhändler die Ziele ihrer Vereinigung.

Herr Weber, was haben Sie bisher erreicht?
Wilfried Weber (Buchhandlung Felix Jud, Hamburg): Wir konnten uns in dieser Zeit als Zusammenschluss von Buchhandlungen positionieren, die sich über Qualität definieren. […]

Frau Jäggi, Sie sind das jüngste Mitglied der 5plus und seit einem Jahr dabei. Wie profitiert Ihre Buchhandlung in der Schweiz von dem Zusammenschluss?
Susanne Jäggi (Librium, Baden): […] Inzwischen ist bei uns das erste 5plus-Heft erschienen und wurde ganz toll aufgenommen. […] Darüber hinaus gibt der Inhalt unglaublich viel Anlass für Gespräche mit den Kunden.[…]

Das 5plus-Magazin, das zweimal im Jahr in einer Auflage von 30.000 Exemplaren erscheint, spielt eine wichtige Rolle. Was ist das Besondere daran?
Marina Krauth (Buchhandlung Felix Jud, Hamburg): Unser Magazin hat sich als echter Multiplikator erwiesen. Es ist ein äußerst lukratives Marketinginstrument, nach dem viele Kunden fragen. […] Es ist kein Werbeheft, sondern eher eine Literaturzeitschrift mit sehr individuellen Buchempfehlungen. Dass das Literaturarchiv in Marbach unser Heft sammelt, ist unser Ritterschlag.

Rotraut Schöberl (Leporello, Wien): Auch bei uns in Wien sind die Resonanz und die Wertschätzung riesig. […] Und es ist spannend, wie die Menschen wirklich mitgehen. …]

Wie zahlt sich Ihr Einsatz, der ja großen zeitlichen Aufwand bedeutet, aus?
Silke Grundmann-Schleicher, (Schleichers Buchhandlung, Berlin): Auch von der Presse werden wir auf größerer Ebene wahrgenommen und angesprochen: Als unsere Edition beispielsweise in der FAZ und in der NZZ rezensiert wurde, wurde auf die 5plus hingewiesen. Bei den Autoren spricht sich unsere Gruppe ebenfalls herum: Unser Magazin gilt als einmalig und sie sind bereitwillig dabei. […]

Rotraut Schöberl: Nicht zuletzt ist auch die gegenseitige Bestärkung faszinierend und wertvoll: Man sitzt mit ganz unterschiedlichen Individuen zusammen, aber der Blick geht in die gleiche Richtung. Diese geistig-moralische Stärkung tut einfach gut. […]

Wenn der direkte Kontakt zu den Kunden im Vordergrund steht, wie sind Sie dann den Sozialen Medien gegenüber eingestellt? Oder fällt das als Option von vornherein weg?
Marina Krauth: Wir sind eine Gruppe von Individualisten, die immer neue Ideen entwickeln. […] Das Internet ist eine große Chance, die wir nutzen müssen. Unsere Buchhandlung hat beispielsweise einen eigenen Blog, der mehr und mehr gelesen wird. […]
Interview: Christina Busse

www.boersenblatt.net 03. April 2014

Hamburger Abendblatt 28. März 2014
Die Rixdorfer
Wolfs Revier liegt jetzt im Wendland

Das Grafikkollektiv „Die Rixdorfer“ feiert die Rückkehr des Raubtiers mit einem letzten Projekt. Und der Wolf sei viel besser als sein Ruf. […] „Er frisst grundsätzlich keine Großmütter“, sagt der Grafiker Albert Schindehütte […] Und weil sich Wolfs Revier nun auch auf die Gartower Tannen erstreckt, baten die Herausgeber des Wendland-Magazins „Landluft“ die Grafiker Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt, sich des Wolfes künstlerisch anzunehmen. [… Das Ergebnis ist jetzt in der Buchhandlung Felix Jud zu besichtigen, die dem Projekt eine Schaufensterausstellung widmet. […] Die „Rixdorfer“ beauftragten den Dichter Otto Jägersberg mit dem Verfassen von Versen, die sie anschließend mit jeweils einem Holzschnitt versahen, wobei ein literarisch-bildkünstlerisches Gesamtkunstwerk entstand. […]

Welt am Sonntag: HAMBURG Artikel vom 01. Dezember 2013 / Ausgabe 48 / Seite 7
„Unsere Chance ist die Mischung“

Martina Goy

Herr Weber, Sie arbeiten mit Karl Lagerfeld zusammen. Was hat eine Buchhandlung mit einem der berühmtesten Designer der Welt zu tun?

Wilfried Weber:

Karl Lagerfeld ist seit 25 Jahren einer unserer wichtigsten und liebsten Kunden. So interessant wie seine Arbeit und seine genialen Leistungen sind, so vielfältig sind seine Interessen. Einen Teil davon begleiten wir.

Was heißt das? […] Was machen Sie besser?

Die Chance zum Überleben besteht für den inhabergeführten Buchhändler in der Konzentration auf den Menschen, den Bücherfreund, den Kunden, der ihm gegenübersteht. Und den er eben auch persönlich begleiten kann. Das beginnt mit der Auswahl der Bücher im Regal, bei der er sich auf das reduziert, wovon er etwas versteht. Man muss vertreten wollen, wovon man etwas versteht! Ich denke also, für eine Minorität gibt es eine Chance, wenn sie einen guten Standort haben.

So wie Ihre, über die Stadt hinaus bekannte, Buchhandlung im Neuen Wall?

Mit gutem Standort meine ich, der Kunde wohnt in der Nähe, macht seine Besorgungen und geht dann auch in die Buchhandlung. Unser Standortvorteil ist anders. Wir sind hier am Neuen Wall die geistige Oase in der auswechselbaren Luxuswüste. Weshalb der Nachteil hier die gewaltige Miete ist. Andererseits sind wir Teil der touristischen Qualität dieser Stadt. Zu uns kommen sowohl Reisende der hier anlegenden Luxusdampfer als auch Geschäftsleute, die in der Stadt Verhandlungen führen und – manchmal – auch Damen, die zum Shoppen aus St. Petersburg eingeflogen sind. Unsere besondere Chance ist die sonderbare Mischung, die wir anbieten: Lieferbares und Antiquarisches und dazu den Kunsthandel. Außerdem ist unsere Schaufenstergestaltung einzigartig.
Warum? […]

Die Welt 18. Oktober 2013
Leute von Welt
Lagerfeld schickt Rosen, Ulrich Tukur signiert Buch

Ziemlich munter waren sie schon zur vormittäglichen Stunde, obwohl die beiden Inhaber Marina Krauth und Wilfried Weber am Abend zuvor das 90. Jubiläum ihrer Buchhandlung Felix Jud bis in die späte Nacht gefeiert hatten. Aber das Duo erwartete auch einen prominenten Gast: Ulrich Tukur war angekündigt. Der Schauspieler und Sänger signierte eine Stunde sein neues Buch „Die Spieluhr“ […] Am morgigen Sonnabend wird Ulrich Tukur in Kassel geehrt: Mit dem „Kulturpreis Deutsche Sprache“. Darauf ist er auch ziemlich stolz. […] Zurück zum Jubiläum: 250 Gratulanten waren gekommen, darunter Klaus von Dohnanyi mit Ulla Hahn, Fritz Raddatz, Christian Olearius, Warburg Bank, und Sabine Schulze, MKG. Bewundert wurden die Bilder […] des diesjährigen Herbstsalons und bestaunt wurden die Tänzer der Musikhochschule in Masken und Kostümen der 20er-Jahre […] Auch Karl Lagerfeld gratulierte mit riesigem Rosenstrauß und per Fax, schrieb: „Cher Ami, kann heute nicht in Hamburg sein. Viel Erfolg. Herzlichst Karl Lagerfeld“.

Pflegestätte für das gute Buch
Die Bücherstube Felix Jud feiert heute ihren 90. Geburtstag Von Matthias Gretzschel

[…] Immerhin trat Weber schon 1962 als ganz junger Mann in die damalige „Hamburger Bücherstube Felix Jud“ ein, die er heute gemeinsam mit Marina Krauth führt. Am 16. Oktober feiert die Hamburger Institution ihren 90. Geburtstag. Über die Geschichte der Buchhandlung und deren Gründer und Namensgeber können Weber und Krauth farbig und spannend erzählen. 24 Jahre war Jud alt, als er im Jahr 1923 in den Colonnaden 104 seine „Hamburger Bücherstube“ gründete.
[…] Dass Felix Jud im zerstörten Hamburg seine Bücherstube am Neuen Wall erneut etablieren konnte, verdankte er auch der finanziellen Unterstützung seines Freundes Axel Springer. „Damals gab es in Hamburg gleich mehrere Buchhandlungen, die ähnlich gut waren wie Jud, der dem arrivierten Bürgertum als Linker galt“, erzählt Weber, der 1972 Juds Teilhaber wurde. […]
Und Kunst spielt heute in der stilvollen Buchhandlung am Neuen Wall eine noch größere Rolle als zur Zeit des Gründers, der 1985 starb. „Felix Jud – Buchhandlung, Antiquariat, Kunsthandel“, heißt die offizielle Bezeichnung der Firma heute, die auch Lesungen mit bedeutenden Autoren veranstaltet, mit vier anderen deutschen Buchhandlungen den literarischen Almanach „5 plus“ herausgibt, zu Ausstellungen einlädt und ihre Schaufenster immer wieder so überraschend und anspruchsvoll gestaltet, dass man sich kaum davon losreißen kann. […] Gefeiert wird zum Beispiel mit dem „Herbstsalon“, in dem Werke des Hamburger Künstlerpaares Emil Maetzel und Dorothea Maetzel-Johannsen sowie Arbeiten von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Liebermann, Emil Nolde zu sehen sind. […]

Die Welt 16. Oktober 2013

Eine Hamburger Institution

Die Bücherstube Felix Jud feiert am heutigen Mittwoch ihren 90. Geburtstag. An den Colonnaden 104 hatte sie 1923 ihre erste Heimat
Von Matthias Gretzschel

Hamburg. Er werde demnächst 90, sagte der Hamburger Buchhändler Wilfried Weber kürzlich scherzhaft und wohl auch ein wenig kokett gegenüber einer jungen Dame, wobei er natürlich nicht sich selbst, sondern die von ihm seit Jahrzehnten geleitete Buchhandlung Felix Jud meinte. […]

Felix Jud war eine charismatische Persönlichkeit. Hoch gebildet, geistvoll und von gewinnender Art, war er mit zahlreichen Autoren befreundet, bekam die Ungunst der Verhältnisse nach 1933 aber bald zu spüren. Aus Widerwillen wurde Widerstand, der sich zunächst subtil äußerte. […] Jud lebte gefährlich, auch wenn er nicht jüdischer Herkunft war. […] Jud verkaufte vertrauenswürdigen Kunden regimekritische Literatur und unterhielt Kontakte zum Hamburger Zweig der „Weißen Rose“. Am 18. Dezember 1943 schlug die Gestapo zu: Der Buchhändler wurde verhaftet, ins Polizeigefängnis Fuhlsbüttel gebracht und ein halbes Jahr später ins KZ Neuengamme verlegt. […]. Auch Marina Krauth hat Felix Jud noch kennengelernt. Als sie sich 1974 bei ihm bewarb, schickte er sie erst einmal mit einem Buchstand in die Kunsthalle, wo damals gerade die große Caspar-David-Friedrich-Ausstellung lief. Keine schlechte Idee, denn Krauth schloss zwar ihre Buchhändlerlehre ab, studierte später aber auch Kunstgeschichte.

Und Kunst spielt heute in der stilvollen Buchhandlung am Neuen Wall eine noch größere Rolle als zur Zeit des Gründers, der 1985 starb. […]

Hamburger Abendblatt 16. Oktober 2013

Ein Freund, ein Wort

Der Buchhändler Felix Jud bezeugte nach dem Krieg bei den britischen Besatzern, dass Axel Springer sich nie mit den Nazis eingelassen hatte. Die enge Verbindung der ungleichen Männer sollte bis ans Lebensende halten
Von Irene Jung

[…] Jud und Springer verband eine Freundschaft bis ans Lebensende, auch wenn sie sehr unterschiedliche Charaktere waren. Der Buchhändler aus Niederschlesien, 1899 geboren, hatte 1923 in Hamburg an den Colonnaden seine erste „Bücherstube“ für „das literarisch gebildete Hamburger Publikum“ eröffnet. Es war klar, dass der Name „Jud“ nach der Machtergreifung der Nazis in deren Fadenkreuz stand. Dennoch bekam man dort unter dem Ladentisch verbotene Bücher, und die Bücherstube wurde zu einem wichtigen Treffpunkt von NS-Gegnern. […] 1943 wurde Felix Jud verhaftet, ins KZ Neuengamme gebracht und 1944 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. 1945 befreiten ihn die einrückenden Alliierten. Aber seine Bücherstube war zerbombt.
[…] Als 1955 in der Mellin-Passage am Neuen Wall ein neues Quartier für die Bücherstube aufgebaut wurde, half Springer mit einem Darlehen, ohne Vertrag und Bedingungen[…] „Felix gehört zu den wenigen Freunden, die das geliehene Geld tatsächlich zurückzahlen.'“

Politisch waren die Freunde nicht einer Meinung. Jud stand eher links, und was in der „Welt“ stand, gefiel ihm oft nicht. „Aber darüber haben sie nie gestritten“, sagt Weber. „Jud war ein Feier- und Freundes-Genie, der sich mit kindlichem Vergnügen auch gern selbst feiern ließ.“ Wenn es in der Bücherstube etwas zu feiern gab, war auch Springer dabei.

Nur zur letzten Feier seines Freundes kam der Verleger nicht mehr. Jud starb am 27. August 1985, Tage darauf versammelten sich zur Trauerfeier in der Katharinenkirche mehr als 1000 Menschen, unter ihnen Präsidenten der Bürgerschaft und des Senats. […]

Hamburger Abendblatt 12. Oktober 2013

Lesetage: Kulturschaffende bedauern Vattenfall-Rückzug

[…]
„Jede Vermittlung von Literatur macht ihre Bedeutung deutlich“, stellte Wilfried Weber (Buchhandlung Felix Jud) klar, „von daher ist es natürlich ein Jammer. Die Politisierung kann ich nicht billigen, das finde ich einen Missbrauch eines solchen Festivals.“ […]

Die Welt 05. Oktober 2013

Lagerfeld im Heimathafen

Seit 30 Jahren ist Karl Lagerfeld der kreative Chef im Haus Chanel, dem er mit seinen unerschöpflichen Ideen weltweit zu ungeahnten Höhen verhalf. […] Chefredakteurin Christiane Arp richtete dem genialen Modemacher auch einen exklusiven Cocktail in Hamburg aus. Auf dem historischen Schiff Schaarhörn trafen sich rund 60 Geladene. […] Die ganze Fahrt über stand Lagerfeld bei Kaiserwetter an der Reling, diskutierte mit Wilfried Weber (Felix Jud) über Kunst in Hamburg, freute sich, sein Elternhaus am Baur’s Park zu sehen. […]

Welt am Sonntag; HAMBURG Artikel vom 23. Juni 2013 / Ausgabe 25 / Seite 16

Lagerfeld im Heimathafen

Seit 30 Jahren ist Karl Lagerfeld der kreative Chef im Haus Chanel, dem er mit seinen unerschöpflichen Ideen weltweit zu ungeahnten Höhen verhalf. […] Chefredakteurin Christiane Arp richtete dem genialen Modemacher auch einen exklusiven Cocktail in Hamburg aus. Auf dem historischen Schiff Schaarhörn trafen sich rund 60 Geladene. […] Die ganze Fahrt über stand Lagerfeld bei Kaiserwetter an der Reling, diskutierte mit Wilfried Weber (Felix Jud) über Kunst in Hamburg, freute sich, sein Elternhaus am Baur’s Park zu sehen. […]

Welt am Sonntag; HAMBURG Artikel vom 23. Juni 2013 / Ausgabe 25 / Seite 16

Expressionistische Kunst als Familienangelegenheit

„Es müssen aufregende Zeiten gewesen sein, damals in den 1920ern, als das 20. Jahrhundert noch jung war und künstlerischer Aufbruch in der Luft lag. „Mit der Zeit wird man auch wohl über Hamburg hinaus einen Namen bekommen“, prophezeite die Künstlerin Dorothea Maetzel-Johannsen. Sie sollte recht behalten, sowohl in Hinblick auf ihre Karriere als auch auf die ihres Mannes…

In der Traditionsbuchhandlung Felix Jud am Neuen Wall findet derzeit eine Verkaufsausstellung mit Werken des kreativen Doppels statt. Arbeiten, in denen sich Zeitgeist und Schöpfungsreichtum erkennen lassen, der Wille zur eigenen künstlerischen Handschrift und der Drang, Neues, anderes zu schaffen…

Hamburger Abendblatt (liv), 17.6.2013

Was ist Heimat Herr Lenz? Der Schriftsteller und Hamburger Ehrenbürger über das „Hamburgische“.

„[… ] in Hamburg hat Wilfried Weber von der Buchhandlung Felix Jud soeben einen Text von Siegfried Lenz herausgebracht, der sehr pragmatisch ‚Leute von Hamburg‘ heißt und eine Art Typen-Kaleidoskop der Hamburger Gesellschaft ist (limitiert auf 1200 Exemplare, rot gebunden, 38 Euro).
[… ] Beschreibungen der Hamburger Theatergänger, der hanseatischen Hausfrau, des Hamburger Künstlers oder des bescheidenden Wohlhabenden, der fünf Stiftungen am Leben hält und mit den Sozialdemokraten sympathisiert. [… ]; es sind spitzfedrige, spöttische und doch immer liebevolle Schilderungen der Menschen dieser Stadt, vom Erzähler beobachtet durch den Boden eines Rumglases. Weber wollte, und welcher Zeitpunkt könnte dafür besser geeignet sein als dieser, ‚einfach einmal etwas Sympathisches für die Elbphilharmonie‘ tun – und bat außerdem den norddeutschen Maler Klaus Fußmann, den Hafen zu porträtieren. Auch und insbesondere die Elbphilharmonie – als Aquarell und Gouache auf Papier – hat Fußmann also gemalt, seine Bilder flankieren nun den Lenz-Text und werden gerahmt bei Felix Jud ausgestellt (und natürlich auch verkauft).“

Hamburger Abendblatt / Thema, Maike Schiller, 22./23.12.2012

Neue Veröffentlichung des Buches „Leute von Hamburg“.

„Wieder einmal eine Sternstunde gab es in Hamburgs bekanntester Buchhandlung Felix Jud mit dem Schauspieler Konstantin Graudus, der vor einer illustren Gesellschaft aus dem Siegfried-Lenz-Buch ‚Leute von Hamburg‘ las. Als Wilfried Weber den Schriftsteller, der zurzeit in Dänemark ist, telefonisch von dem Premierenerfolg berichtete, sagte Lenz: ‚Ach wissen Sie, es ist ja auch das Beste was ich je gemacht habe‘.“

Die Welt / Feuilleton, 14.12.2012

Lesung bei Felix Jud
Gustav Peter Wöhler: Verliebt in „Oblomov“

Schauspieler Gustav Peter Wöhler las aus „Oblomow“, dem Meisterwerk von Iwan Gontschwarow. „Brilliant gab er in einem Kapitel des Buches den gelangweilten GroßgrundbesitzerOblomow im Dialog mit dessen unterwürfigem Diener. Wöhler las nicht, er spielte die Szene.“

Die Welt / Hamburg, 11.05.2012

Wie Axel Springer das „Hamburger Abendblatt“ erfand
„Mensch, ich hab´so viele Ideen“
Gemeinsam mit Max Schmeling wollte der Jungverleger die Medienlandschaft der Hansestadt erobern

„… Allein Axel Springer, den eine Krankheit vor dem Kriegsdienst bewahrt hatte, konnte den Briten glaubhaft machen, dass er während der Nazi-Diktatur „clean“ geblieben war. Einer seiner wichtigsten Zeugen dafür – der Hamburger Buchhändler Felix Jud, der das KZ überlebt hatte, gab zu Protokoll: „Ich kenne sowohl Herrn Springer als auch seine Familie seit vielen Jahren und weiß, dass es kaum überzeugtere Gegner des Nationalsozialismus geben konnte.“ Springer durfte loslegen…“

Hans-Joachim Nöh, Axel Springer. Eine Verlags-Sonderausgabe der Axel Springer AG zum 100. Geburtstag. 2.5.2012

Geteiltes Leseglück

„Dass sich die individualistischen Buchhandlungen „5plus“ der Liebe zum Buch verschrieben haben, merkt man nicht nur beim Betreten jeder einzelnen – zur Gruppe gehören Bittner in Köln, Felix Jud in Hamburg, Lehmkuhl in München, Leporello in Wien und Zum Wetzstein in Freiburg – und auch nicht allein an dem halbjährlich erscheinenden, sorgfältig gestalteten Bücher-Magazin, sondern seit einiger Zeit auch an ihren eigenen Editionen. Als dritter dieser limitierten Exklusivausgaben ist soeben „Nach Hause fliegen“ von William Boyd erschienen: Der von Rainer Groothuis in sattes Gelb gehüllte Band enthält vier bisher nicht auf Deutsch erhältliche autobiographische Erzählungen des britischen Erfolgsautors, gewissermaßen seinen neuesten Roman „Eine große Zeit“ (Berlin Verlag) flankierend, doch in einem angenehm privaten, plaudernden Ton gehalten, der dem der eingeweihten Lesegemeinde der 5plus-Läden wunderbar entspricht…“

Felicitas von Lovenberg, FAZ, 28.4.2012

Den Fokus aufs Überleben gerichtet

Iris Berben liest aus einem bisher unveröffentlichten Werk der in Auschwitz ermordeten Schriftstellerin Irène Némirovsky.

Ein Interview.
… Was hat Sie insbesondere an der Schriftstellerin gefesselt?

Iris Berben:
“Für mich stellte sich die Frage: “Woher kommt es, dass Menschen in relativ jungen Jahren so genau in ihrer Beobachtung sein können?“ Natürlich ist Talent die Grundvoraussetzung. Es liegt aber auch an der Art, wie sie aufgewachsen ist. Sie wurde sehr gut erzogen, doch ist sie nicht mit der Liebe und Nähe der Eltern, sondern mit Gouvernanten aufgewachsen. Dann kam der Eindruck der russischen Revolution dazu, dann die Flucht nach Frankreich. Ich glaube, dass wenn der Fokus so sehr ums Überleben geht, sich ein vorhandenes Talent gleichsam bündelt. Dass das, was man eigentlich erst später, mit sehr viel mehr Lebenserfahrung erwarten würde, sozusagen explodiert. So habe ich es mir vorgestellt. Sie war ja schon in jungen Jahren berühmt. Sie hat so viel geschrieben, sie hat extrem klein geschrieben. Da war auch eine Getriebenheit.“ …

Stefanie Schütte für dpa, 13.4.2011

Iris Berben las in der Buchhandlung Felix Jud

Die Schauspielerin las das neu erschienene Buch von Autorin Irène Némirovsky, „Rausch“. Eine mitreißend wie erschütternd detailgetreue Novelle.

Hamburg. „5plus“ nennt sich der Zusammenschluss von fünf literarischen Buchhandlungen in Deutschland, die sich wie viele kleine Buchhandlungen als „Mittler zwischen Autor und Leser verstehen“.Gemeinsam und exklusiv verlegen sie ausgewählte Bücher. So auch das neu erschienene Werk der Autorin Irène Némirovsky „Rausch“, welches gestern Prämiere hatte und von Iris Berben gelesen wurde …

Eng gedrängt lauschten die vielen Zuhörer einer facettenreichen, emotionsstarken und überlegten Leserin. Sie las circa eine Stunde aus der mitreißenden, lesenswerten und erschütternd detailgetreuen Novelle …

Hamburger Abendblatt, Kultur & Live 14.4.2011

Diva liest Diva
Drei Lesungen in der Stadt und das Abendblatt verlost drei Karten für den ausverkauften Abend mit Sophie Rois

Buchhandlung Felix Jud – Ob auf der Bühne oder in der Literatur: Aufsässige, eigenwillige oder gefährdete Frauenfiguren sind für die Ausnahmeschauspielerin Sophie Rois eine Herzensangelegenheit. Die Berliner Volksbühnen-Diva, die gerade in TomTykwers cineastischer Ménage-à-trois „Drei“ von sich reden macht, hat nun mal eine Schwäche für erotische und künstlerische Passionen.

Unica Zürn: ein Leben zwischen Kunst und Schriftstellerei

Auch die Schriftstellerin, Malerin und Zeichnerin Unica Zürn durchlitt Hochs und Tiefs auf ihrem Schaffens- und Lebensweg…. Die von der Literatuerwisschschaft lange verkannte Verfasserin von Anagrammen und Prosa würdigt eine bibliophile Werkausgabe in acht Bänden…Gefördert von der Martha-Pulvermacher-Stiftung, sind die türkisfarben gebundenen Bücher im Berliner Verlag Brinkmann & Bose erschienen und auch einzeln erhältlich (Gesamtpreis: 241 Euro). Zürns „Alben – Bücher und Zeichenhefte“ sind gesondert aufgelegt (120 Euro)…

Klaus Witzeling, Hamburger Abendblatt, 11.1.2011

Völker seht die Regale

Nächste Woche blickt die ganze Bücherwelt nach Frankfurt, wir aber blicken in die Welt: Die schönsten Buchläden von Jakarta bis Hamburg. Eine Lesereise …Die Buchhandlung Felix Jud ist eine hanseatische Institution, und das nicht nur, weil sie so britisch und gediegen daherkommt mit ihren Holzregalen und der Treppe, deren Geländer eher an eine Reling erinnert. Manche sagen, sie sei ein Ort, der für eine bestimmte Geisteshaltung stehe…
… 1948 eröffnete er (Felix Jud) wieder, 1955 zog er in das Geschäft am Neuen Wall 13, das, so der Inhaber, zum Treffpunkt für „Freunde, Politiker aller Couleur, für Maler, Dichter, Schauspieler und Müßggänger aller Art“ werden sollte. Was es heute noch ist.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3.10.2010

Kraftzentrum der Szene
Wilfried Weber, Inhaber der Buchhandlung Felix Jud in der Innenstadt, weiß, wie die Kultur in Hamburg tickt

Hamburg – Seine Buchhandlung am Neuen Wall/Ecke Mellin-Passage ist eines der geheimen Kraftzentren der Hamburger Kulturszene. Seit 1962 arbeitet Wilfried Weber in der Buchhandlung Felix Jud. Inzwischen der Inhaber, kennt er Kulturmacher und Kulturkonsumenten. Zu ihm kommen Politiker aus dem nahen Rathaus. Künstler und Autoren gehen bei ihm ein und aus. Kein Wunder, dass er eine profilierte Meinung zur Lage der hamburgischen Kultur hat.

(Abendblatt) Wie nehmen Sie das Kulturleben in der Stadt wahr? Haben wir eine Metropolenkultur oder werden wir provinziell? (W. Weber) Derzeit schieben sich die finanziellen Probleme als bedrängend vor die Wahrnehmung der Kultur. Aber dahinter ist zu spüren, dass die handelnden Personen, auch die politische Führung, ein Stück von der Kultur weggerückt sind. Das mag keine Absicht sein, sondern liegt daran, dass sich – wie sag ich´s jetzt nicht gar zu unhöflich? – eine bestimmte Form der Ahnungslosigkeit breitgemacht hat. Die meisten Politiker waren nicht mal in der Kunsthalle, sie wissen gar nicht, worüber sie reden und entscheiden. Es gibt nur ganz wenige Politiker, die das, was ich unter Kultur verstehe, auch aktiv wahrnehmen.

(Abendblatt) Wenn es um Kulturferne geht, wird immer gern die Entscheidung für die Elbphilharmonie positiv ins Feld geführt. (W. Weber) Die Entscheidung für die Elbphilharmonie find ich ja nach wie vor absolut richtig; es ist sehr unglücklich, dass die Planung und Durchführung dilettantisch betrieben worden ist…Die ganz Sache ist für Hamburg ein großartiges Projekt…

(Abendblatt) Was könnte die Kultur selbst besser machen?
(W. Weber) …Ansätze sind genug da, es müsste eben nur auch im Rathaus ein anderes Kulturbewusstsein sichtbar werden.. (Abendblatt) Hängt eine solche Bewusstseinsänderung an der Existenz eines Kultursenators oder einer Kultursenatorin? (W. Weber) Die einzelne Person kann da nur in Grenzen etwas bewirken. Natürlich müsste sich ein Neuer in diesem Amt im Rathaus noch viel kommunikativer verhalten. Man muß Politiker und Künstler zusammenbringen und sie nicht voneinander fernhalten und notwendige Debatten mit Maulkörben versehen. Da ist sehr viel Konfrontation gewesen. Ich denke, man kann die Dinge bessern, man muß gar nicht so radikal vorgehen. Aber man muß das Bewusstsein haben, dass Kultur unerlässlich ist.

Hans-Juergen Fink, Hamburger Abendblatt 31.7./1.8.2010

Ein Abend für Fichte

Wilfried Weber wunderte sich, dass sein Leseabend zu Hubert Fichte so viele Gäste anzog:“Ich hoffe, es liegt nicht an Daniel Richter und Gustav Peter Wöhler – was ich wiederum auch verstehen könnte“, so der Inhaber der Buchhandlung Felix Jud, der den 1986 verstorbenen Autor persönlich kannte. … Zum Schluss las Richter, der zu dem Band Zeichnungen beisteuerte und aktuell bei Felix Jud ausstellt, den Beitrag von Günter Grass mit viel Ironie …

Die Welt. 16.6.2010

Der Versuch des Zeichners, den Schreiber zu enträtseln

… Auch der bildende Künstler Daniel Richter hat zu Farbstiften gegriffen und Fotocollagen montiert. Seine durch Fichtes Band XVIII „Die schwarze Stadt. New York“ inspirierten Arbeiten auf Papier stellt die Buchhandlung Felix Jud zwei Wochen lang aus.
Bei der Vernissage am 14. Juni … liest Schauspieler Gustav Peter Wöhler aus Fichtes Roman „Die Palette“ und der von Mario Fuhse herausgegebenen Textsammlung.

Hamburger Abendblatt, 14.6.2010

Die feinen fünf

„… In Zeiten vereinheitlichter Kaufhausketten für Bücher und der sich dort grellfarbig anbietenden Bestseller werden überschaubare Buchhandlungen mit persönlicher Beratung zur Seltenheit. Eines dieser seltenen Exemplare findet sich in Hamburg, es ist die Buchhandlung Felix Jud am Neuen Wall. Geschäftsführer Wilfried Weber ist Initiator von „5plus“, dieser in Deutschland einmaligen Gemeinschaft im Geiste. „Wir wollen Literatur vermitteln, und der Dialog mit unseren Kunden ist eines unserer zentralen Anliegen“, sagt der Nachfolger von Felix Jud… Die Idee eines möglichen Zusammenschlusses mit ähnlich motivierten Kollegen in Deutschland diskutierte Wilfried Weber zunächst mit Marina Krauth – Mitinhaberin und ebenfalls Geschäftsführerin der Buchhandlung Felix Jud -, bevor er nach und nach Gleichgesinnte in anderen Städten fand, warb und gewann: Thomas Bader und die Buchhandlung zum Wetzstein in Freiburg; Klaus Bittner von der Buchhandlung Bittner in Köln; Marc Iven und Joachim Fürst, die die Autorenbuchhandlung in Berlin führen; und Michael Lemling und Marc Schürhoff aus der Buchhandlung Lehmkuhl in München …“

Debra Skerra, DIE WELT, 22.5.2010

Aufgeblättert

Tolstois Leitfaden fürs Leben
Wilfried Weber (Buchhandlung Felix Jud)
Wilfried Weber bespricht in der Reihe „Aufgeblättert“ das Buch „Lew Tolstoi: Für alle Tage. Ein Lesebuch.

Hamburger Abendblatt, 27. Mai 2010

Leute von Welt

Literarischer Fußballabend
Fußball-Vorfreude zur WM lieferte der literarische Fußballabend mit Rainer Moritz, HSV-Torwart Rudi Kargus und Peter Lohmeyer in der Buchhandlung Felix Jud …

DIE WELT, 4.6.2010

Jedes Mal, wenn ich nach Hamburg komme ..,

gilt mein erster Besuch der Buchhandlung Felix Jud. Die Seele dieser wunderbaren „Bücherstube“, wie es früher hieß, ist der heutige Besitzer, Wilfried Weber, ein flotter „britisch“-eleganter Hanseat. Wenn wir auch das ganze Jahr in Verbindung stehen, ist dieser Besuch jedes Mal eine stimulierende Freude. Er informiert mich über alles, was in Deutschland erscheint. Auch bei antiquarischen Seltenheiten ist er unschlagbar. …
Auch Hamburg wird mir nie aus dem Kopf gehen, Liebe auf Abstand ist langlebiger. In diesem Falle würde ich sogar sagen:lebenslänglich. Zumindest, so lange es die Buchhandlung Felix Jud dort gibt. Sie ist mein intellektuelles Delikatessengeschäft, und ohne sie würde ich verhungern.

Karl Lagerfeld, Focus Nr. 16/10 vom 19. April 2010

Leipzigs Buchmesse legt zu, Felix Jud gewinnt Preis

Die Leipziger Buchmesse hat ihren Ruf als riesiges Lesefest mit einem kräftigen Besucherplus bestätigt. … Einer der im Rahmen der Messe verliehenen Preise geht nach Hamburg, genauer: ein Fünftel dieses Preises.Die Bücherstube Felix Jud, die im vergangenen Jahr mit vier kleinen, feinen Literaturbuchhandlungen in München, Köln, Freiburg und Berlin die Initiative „5plus“ gegründet hat, und ihre Partner wurden mit dem „Buchmarkt Award“ ausgezeichnet. Das Fachblatt „Buchmarkt“ würdigte die Anstrengungen der fünf Läden um kreatives und offensives Marketing als beste Buchhandelskampagne 2010. …
Hamburger Abendblatt vom 22.3.10(dpa/HA)

Nicht der Verlag, der Handel entscheidet

Die einstige Verkaufsmacht der Verlage ist dahin, ebenso unübersehbar sind die territorialen Verluste, die Buchhandlungen auf dem flachen Land erlitten haben. … Stattdessen regiert der durch Warenwirtschaftssysteme gesteuerte Verkauf … Dort entstehen Bücher, die die Handschrift der Marketingabteilung und nicht die des Lektorats tragen.
….
Eine neuere Qualitätsoffensive vereint etwa fünf renommierte Buchhandlungen – Felix Jud (Hamburg), Lehmkuhl (München), Wetzstein (Freiburg), Klaus Bittner (Köln) und Fürst & Iven (Berlin). Die Gruppen nennt sich „5plus“ und hat als ersten Streich die Novelle „Cowboys und Indianer“ von Louis Begley veröffentlicht, …

FAZ vom 17.03.2010 / Hannes Hintermeier

Der schönste Buchladen
Hier ist alles ein bisschen kleiner und feiner

Hierher kommen die Feinschmecker unter den Bücherwürmern, denen reichlich Nahrung geboten wird. Meterweise Gutes von Manesse oder Artemis & Winkler etwa, Gesamtausgaben des Deutschen Klassiker Verlags. Jüngstes Projekt ist die Kooperation mit vier weiteren besonderen Buchläden, in Berlin, Freiburg, Köln und München. Die“ 5 plus“ nennen sie sich und wollen im Herbst eine Lesereise mit dem Top-Autor Louis Begley („Lügen in Zeiten des Krieges“, „Schmidt“) organisieren. „Er wird nur in unseren Geschäften lesen“, sagt die Chefin. Wie eine so kleine Buchhandlung an so einen berühmten Mann kommt? Kreative haben eben ein Herz für Schönheit.

Der Hamburger, Ausgabe Herbst 2009

Das empfehlen Hamburger Buchhändler

… Kostbarkeiten aus dem 21. und dem 17. Jahrhundert
Fünf Buchhandlungen wollen den literarischen Buchhandel retten. Der Amerikaner Louis Begley hat ihnen dazu eine Erzählung geschenkt: „Cowboys und Indianer“ heißt sie und ist in limitierter Auflage erhältlich….
Louis Begley: Cowboys und Indianer. 5 plus, 58 S., 14,80 Euro, erhältlich bei Felix Jud.

Hamburger Abendblatt, Live Buchmesse, 15.10.2009

5 plus setzt Signal

Fünf unabhängige Buchhandlungen bringen exklusiven Begley-Text, holen den Autor zu einer Lesereise und publizieren ein Kundenmagazin

Aktionen
Die Idee hat Wilfried Weber von der Buchhandlung Felix Jud in Hamburg schon Jahre mit sich herumgetragen – aber gut Ding will Weile haben. Nun ist das „gute Ding“ jedoch in der Welt und zieht Kreise. Die Rede ist vom Zusammenschluss der literarischen Buchhandlungen Autorenbuchhandlung, Berlin, Klaus Bittner, Köln, Felix Jud, Hamburg, Lehmkuhl, München, und Buchhandlung zum Wetzstein, Freiburg, unter dem Namen 5plus. Erster Knüller der Geschichte: Alle fünf Buchhandlungen verlegen gemeinsam in der Edition 5plus eine exklusiv für sie geschriebene Geschichte („Cowboys und Indianer“) von Luis Begley und präsentieren ihn exklusiv zu einer Lesetour durch die 5plus-Buchhandlungen. Suhrkamp als Begleys deutscher „Hausverlag“ hat die Aktion wesentlich unterstützt.
Zweiter Knüller: Zur 5plus-Aktion erscheint ein von Rainer Groothuis gestaltetes Magazin, in dem sich die fünf Buchhandlungen vorstellen und Lesetipps geben (Start: Anfang November, Auflage 20.000). Ein regelmäßiges Erscheinen des Magazins ist vorgesehen. Finanziert wird es mit Verlagsanzeigen.
„Ziel des Zusammenschlussses ist es, ein Zeichen für die Unabhängigkeit und Individualität zu setzen“, so Klaus Bittner…

Buchmarkt, Nr. 10,/Oktober 2009

Einkaufen in Deutschland … geht das?

… Hamburg …
In alten, traditionsreichen Läden wie der wunderbaren Buchhandlung „Felix Jud“ findet nicht nur Karl Lagerfeld so ziemlich alles, was was heißen will, denn der Mann hat Bücher!

Kronenzeitung, Wien, 20.9.2009

Ein Hamburger Kleinod für die Literatur

Der geistige Austausch liegt ihm am Herzen: Gestern öffnete Wilfried Weber seine Räume für den 100. Geburtstag der Campe´schen Kunststiftung
… Weil seine Buchhandlung Mieter der Campe´schen Historischen Kunststiftung ist, welche in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiert, wurde sie gestern wieder zum Treffpunkt der geistigen Elite Hamburgs. „Mit den anderen Mietern des Hauses Neuer Wall 13 wollten wir mit einem Fest an die großherzige Stiftung von Julius Heinrich Wilhelm Campe, dem Verleger-Sohn, erinnern“, sagte Wilfried Weber. Dominique Horwitz las zum Jubiläum der Campe´schen Kunststiftung Gedichte von Heinrich Heine und aus dem Briefwechsel zwischen Heine und seinem Verleger Campe.“

HAMBURGER ABENDBLATT, 18.9.2009

Das Kunsthaus Hamburg und die Buchhandlung Felix Jud zeigen Ausstellungen mit aktuellen Arbeiten von Daniel Richter

„Der internationale Maler-Star Daniel Richter, der sein Studium an der Hochschule in Hamburg bei Werner Büttner absolvierte, hat das Kunsthaus Hamburg bis zum Anschlag mit einer bild- und materialreichen Installation gefüllt……Parallel zeigt die Buchhandlung Felix Jud Zeichnungen, die Daniel Richter für die Kulturzeitschrift Lettre produzierte: bissige, absurde, eindringliche und düstere Ansichten, in denen Krieg und Krisen, Verweise auf Literatur, Kunst und Geschichte, sowie Klamauk zum Tragen kommen, getreu dem Motto: Alle Macht der E-Gitarre…“

DIE WELT 7.7.2009

Leute von Welt – Maler-Star signiert „Lettre“

… Und jetzt gab er (Daniel Richter) ein Gastspiel in der Buchhandlung Felix Jud. Dort zeigt der in Hamburg lebende Künstler…bis zum 25. Juli 18 Zeichnungen, Öl auf Papier, die er für die dreimal im Jahr erscheinende Kulturzeitschrift „Lettre“ zum Thema Diktatoren gemacht hat. Rappelvoll war´s und jeder wollte auch ein signiertes „Lettre“-Exemplar (der Erlös kommt dem Fleet Street Theater zugute). Felix-Jud Inhaber Wilfried Weber verriet den Gästen:“ Es kommt immer ein kleiner Junge Namens David an der Hand seines Vaters in unsere Buchhandlung.Sehr bestimmt sucht er sich Kinderbücher aus, die er dann an die Kasse bringt. Erst jetzt wissen wir, wer sein Vater ist: Daniel Richter“…

DIE WELT 9.7.2009

Karl Lagerfeld – Bücher-Bummel am Neuen Wall

Statt nach Schal und Anzug schaut er entspannt bei der Buchhandlung „Felix Jud“ vorbei. Die hatte er vorher bei Johannes B. Kerner als einen seiner liebsten Hamburger Läden beschrieben. Mehr als eine halbe Stunde blieb Lagerfeld im Laden, schmökerte in aller Ruhe in alten Büchern. Erfolgreich: Mehr als ein halbes Dutzend Tüten trugen seine Begleiter hinaus zum Kofferraum. „Ich habe antiquarische Einzelstücke gekauft“, verriet der Modezar.

BILD Zeitung am 9. Juni 2009

Kultur dicht an dicht!

Helmut Lohner und Jürgen Flimm lasen am 27. Januar in der Buchhandlung Felix Jud aus dem Briefwechsel Thomas Bernhard und Siegfried Unseld, der im März im Suhrkamp Verlag erscheint.
„Drangvolle Enge herrschte am Dienstagabend in der Buchhandlung Felix Jud. Nicht einmal mehr auf der Treppe gab es einen freien Platz. Literaturinteressierte und Prominente drängten zu Lesung von Jürgen Flimm, Ex-Thalia-Intendant und als Chef der Salzburger Festspiele gerade im Mittelpunkt des österreichischen Intrigantenstadls, und Helmut Lohner, einem von Österreichs herausragenden Darstellern. Man saß hart und war glücklich…“

Hamburger Abendblatt, 29.1.2009

Buchhandlung Felix Jud bei Spiegel Online.

Video: Einfach Stil. Vorsicht! Bücher!
© 2008 www.spiegel.de

Hamburg: Buchhandlung Felix Jud.

1923 eröffnete Felix Jud sein Buchgeschäft in der ältesten und schönsten Passage der Stadt. Bald wurde der Laden zur ersten Adresse für Autoren, Künstler und Verleger. Und das ist er auch heute noch.

LUFTHANSA exclusive 10/2006

Starke Begegnungen mit Troller

Der in Paris lebende Filmemacher und Autor Georg Stefan Troller, gilt als Legende des europäischen Fernsehens und Vorbild einer ganzen Journalistengeneration. Seine TV-Dokumentation »Pariser Journal«, »Personenbeschreibung«, seine Porträts über Wolfgang Clement oder »Berühmte Familien« sind unvergessen. In der Buchhandlung Felix Jud las der junggebliebene 84jährige aus seinem neuesten Buch »Ihr Unvergeßlichen« (Patmos Verlag, 19.90 Euro). Darin schildert er 22 starke Begegnungen unter anderem mit Muhammed Ali, Coco Chanel, Isabella Rosselini, Edith Piaf und Woody Allen. Auf den legte Troller besonderen Wert an diesem unterhaltsamen und interessanten Abend.

DIE WELT, 21.2.2006 (Doris Banuscher)

Bibliophile Leidenschaft auf drei Etagen

Hanseatische Lebensart: Im Gespräch mit Wilfried Weber, Inhaber der Bücherstube Felix Jud & Co. …Seit dem Tod Juds ist Wilfried Weber der Mann, der die Bücherstube mit seinen Werten beseelt. Die immerwährende Neugier ist für ihn das Wichtigste: »Das Gedächtnis ist ein äußerst unzuverlässiges Werkzeug des Menschen. Sein Niveau kann man nur halten, wenn man ständig weiterliest.«… Er selbst liest gerade die Tagebücher von Harry Graf Kessler, »Der rote Graf« – »einer meiner Halbgötter.« Im Januar wird Ulrich Tukur in die Buchhandlung am Neuen Wall kommen und aus den Tagebüchern lesen. … Seinem (Webers) Engagement ist das hauseigene Antiquariat zu verdanken. Dort, in der zweiten Etage, finden sich in Glasvitrinen bedeutende Bücher und Luxusausgaben vom 16. bis ins 20. Jahrhundert. Auch der Handel mit Kunst und die wechselnden Ausstellungen … sind sein Werk. …

DIE WELT, 26.11.2005 (Britta Stahlberg)

Ein Freund, ein guter Freund…

Zeitschriftenmacher und ihre Werke in einer Lesung, die vor allem lustig war. Viel Jugend in der Hamburger Bücherstube Felix Jud. Alle Hocker und Treppenstufen waren besetzt bei einer Lesung aus der Zeitschrift »Der Freund«. … Wer, so lautete die überlegung, könnte besser junge Leser bei Leselaune halten als Schriftsteller, die es sympathischerweise versäumt haben, so richtig erwachsen zu werden? Christian Kracht, Eckhart Nickel und Carl von Siemens, Schriftsteller, Dichter, Herausgeber und Chefredakteur der literarischen Zeitschrift »Der Freund«, die wie DIE WELT im Verlag Axel Springer erscheint, sind Prototypen dieser Spezies, die ganz augenscheinlich nicht den Spaß am eigenen Tun verloren haben. Bei Felix Jud jedenfalls wurde viel gelacht. …

DIE WELT, 17.11.2005 (MN)

Geistige Nahrung beim Lese-Lunch

… Bei der »Literarischen Mittagspause« in der Buchhandlung Felix Jud sind die Brezeln nur Sättigungsbeilage, die Kochbücher bloß Kulisse. Den Hauptgang servieren Schauspieler des Ernst-Deutsch-Theaters, die hier künftig jeden zweiten Mittwoch von 13 bis 13.30 Uhr aus neuen Büchern vortragen. Zur gestrigen Premiere las Stephan Benson aus dem erst jetzt ins Deutsche übersetzten Revolutionstagebuch »Verfluchte Tage« von Iwan Bunin (1870 – 1953). … Nicht gerade literarisches oder historisches Fast Food, was Theater und Buchhandlung hier in ihre gemeinsame Buchstabensuppe gegeben haben, auch wenn es bloß in einer halben Stunde verschlungen ist. Aber ein idealer Lunch: rasch verzehrt und doch länger vorhaltend.

Hamburger Abendblatt, 10.11.2005 (msch)

Lesen Sie!

Egal ob Mangas, Hörbücher, Krimis, Fachliteratur oder Klassikereditionen – nirgendwo sonst ist das Angebot an Buchläden und Antiquariaten so vielfältig und qualitativ hochwertig wie in der Innenstadt … Seit über 80 Jahren gehört die Bücherstube zu den schönsten Hamburgs. Blickfang sind sind die liebevoll gestalteten Schaufenster. Die altmodisch-ehrwürdige Einrichtung soll keine Schwellenangst erzeugen: Jeder ist eingeladen, auf drei Ebenen zwischen »Tradition und Avantgarde« in belletristischen Neuerscheinungen, Klassikereditionen und besonderen Erstausgaben zu blättern. …

SZENE Hamburg, November 2005

Hamburger Abendblatt vom 19.05.2005

Das Phänomen Albert Speer beschäftigte Historiker lange vor dem Medien-Hipe, insbesondere dessen Biograph und Lektor Joachim Fest. Ihn ließ das »Rätsel Speer« nicht los. Bei der Lesung seines neuen Buchs »Die unbeantwortbaren Fragen« in der Buchhandlung Felix Jud war der Autor mutig genug einzugestehen, es bis heute nicht gelöst zu haben. Als Lektor von Speers »Erinnerungen« und der »Spandauer Tagebücher« ist Fest zwischen 1966 und 1981 dem Architekten und Rüstungsminister Hitlers so nahe gekommen wie kein anderer. »Es blieb immer eine sachliche Arbeitsbeziehung«, betonte Fest, berichtet in den nun veröffentlichten Gesprächsprotokollen und Notaten von vergeblichen Versuchen, Antwort auf die Kernfrage von Speers Mitwisserschaft und seinen zweifelhaften Begriff von Treue zu bekommen. »Das verstehen Sie nicht«, habe Speer den Frager abgewiesen. Heinrich Breloers TV-Film »Speer und Er« hält Fest für »einen unzureichenden Versuch, der Problematik Speers auf die Spur zu kommen«. Im Eifer, auf alles Antwort zu geben, werde er der Ambiguität von Speers Persönlichkeit nicht gerecht. »Er war zugleich sensibel und ungeheuer kalt. Die widersprüchlichste Figur im Nazi-Führungsapparat.«

-itz